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Materialkunde

Schleifstein

Um einen Lithostein zu schleifen benötigt man zwei ähnlich grosse Steine.
Als Schleifstein (oben) besser einen harten, grauen Stein auswählen.
Ateliers von früher, die viele Aufträge hatten, schliffen die Kanten zuerst mit einer Bandschleifmaschine ab.

Panzerglas-Kegel

Bei sehr feinem Sand, z.B. 320er, den Schleifkegel aus Panzerglas verwenden.

Zeichnen

Erfahrung: Bleistiftlinien, z.B. für Einteilungen des Steines, zeichnen im Druck!

Gummi arabicum

Gummi arabicum schützt den Stein dort, wo er nicht geätzt werden soll.
Gummi arabicum ist nur wasserlöslich.
Wenn man das Pigment der Zeichnung auf dem Stein mit Terpentinersatz auswäscht, bleibt das Gummi arabicum sowie das Fett der Zeichnung erhalten.

Bei einer Pause im Drucken den Stein als Schutz immer gummieren. Beim Weitermachen den Gummi mit einem Schwamm und Wasser abwaschen.

Lithostein zwischen Zeichnen und Ätzen liegen lassen

Früher hat man Steine nach dem Zeichnen 2–3 Tage liegen gelassen, bevor man sie geätzt hat.
Schneller gehts: Den Stein an die Sonne legen. Jede Stunde den Stein der Sonne nachstellen.

Säure, zum Ätzen

Ätze macht, dass der Stein Wasser aufnehmen kann, verstärkt die Wasseraufnahme. Es ist das präparieren des Steines, den nichtdruckenden Teil.
Die Säure ist eine Mischung von Salpetersäure und Gummi arabicum. (Wenn es auf der Zunge kräuselt, ist sie zu stark.)
Die Säure treibt das Fett vor sich hin, zerstört es nicht. Ätzen ist eigentlich der falsche Begriff dafür.

Grundsätzlich ist der Prozess nach wenigen Momenten abgeschlossen und die Ätze nicht mehr wirksam. Wenn zwischendurch, z.B. für eine zweite Farbe partiell mit dem Pinsel aufgetragen wird, genügend Ätze nehmen, sonst «zeigt man dem Stein mit dem Pinsel nur, wo man die Zeichnung weghaben möchte».
Aber: Stein und Ätze sind beide natürlich. Die Ätzung kann auch lange wirksam sein. Ernst erzählte, wie tief die Ätze weitergearbeitet hat, als er einmal ein Telefongespräch führte.

«Bei Orell Füssli hatten sie noch Salzsäure in die Mischung gegeben. Früher hat man mit «Penzol» geätzt. Das ist hochgiftig und heute nicht mehr erhältlich. Zum Teil hat man auch mit Chloroform gearbeitet, wegen seiner gesundheitsschädlichen Wirkung wird es nicht mehr verwendet.»

Teststreifen für Säure

Nach Gebrauch kurz ins Wasser legen und trocknen lassen. So sind sie wiederverwendbar!

Terpentinersatz

Terpentinersatz wird chemisch hergestellt und hat gegenüber von Terpentin den Vorteil, dass die Stärke und Mischung immer genau gleich ist.

Alaun (Alluminium-Sulfat)

Mit Alaun wird der Lithostein entsäuert. Damit man weitere Zeichnungen hinzufügen kann. Alaun hebt die Wirkung vom Gummi Arabicum auf bzw. neutralisiert sie.

Farben

Bei Ernst und Erika Hanke wurden 6, 8 bis 10 Farben für eine Lithografie gedruckt. Bis der Stein aussteigt. Dann muss er abgeschliffen werden.
Paul Wunderlich: Er hat nie mit schwarzer Farbe gearbeitet. Immer mit rot, blau und grün. Die Farbe ist damit einfacher korrigier- und veränderbar.

Farbwalzen

Unsere Walzen sind bereits 50 Jahre alt.

Bims-/Korrekturstein

Die Bimssteine weiss gibt es in unterschiedlicher Härtegrade. Von weich bis hart. Griffel- oder Dachform. Damit sie nicht zu hart sind, können sie vom dem Gebrauch in Wasser einlegt werden. Änderungen in der Zeichnung, Schmutz und Bleistiftlinien radieren.

Nach dem Gebrauch den Stein an den korrigierten Stellen neu gummieren.

Feuchtkarton

Ernst hat nie trockene Auflagen gemacht. Er hat Feuchtkartons gehabt. Die Kartons ins Wasser gelegt und jeweils ein Feuchtkarton, 10 Bogen Papier, ein Feuchtkarton, 10 Bogen Papier. Die ganze Auflage von 250 Papieren so zwischen abends 18 Uhr und 7 Uhr früh gefeuchtet.

Lithostein lagern

Langfristig: Erst Farbe (Pigment) auswaschen
Kurzfristig: Gummieren, trocknen lassen.

Beim wiederverwenden: Farbe (Pigment) mit Terpentinersatz auswaschen

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Grüner Hydraulikwagen

Der grüne Hydraulikwagen, womit man die grossen Steine vom Schleiftisch bis in die Johanna bringt, hat seine eigene persönliche Geschichte. Er war zuerst in Thun, in der Provence, in Genua und jetzt in Hochdorf.

Erste Drucke

Die ersten Drucke eines Anfängers, einer Anfängerin soll man behalten. Sie sind wahrscheinlich nicht perfekt. Ernst meint, sie erzählen die Geschichte der Veränderung und des Fortschrittes.