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Handlungsbedarf

Ziel und Aufbau
Die Steindruck-Schnellpresse Johannisberg 1911, kurz «Johanna», war eine der Lithografie-Druckpressen im Verlag Mathieu in Zürich. Es wurden Stadtpanoramen und Kunstdrucke von Oskar Kokoschka, Ruth Stauffer, Alberto Giaco­metti, Alois Carigiet, Hans Erni, Warja Lavater, Otto Bachmann, Charlotta Stocker, Karl Landolt und weiteren Künstler:innen gedruckt. Es gibt nur zwei solche grossformatigen Druckpressen (Weltplakat) in der Schweiz. Der Verein Weiss- und Schwarzkunst fördert Kunstschaffende, die originale Lithografien herstellen möchten. Es geht um den Aufbau einer Druckgruppe, damit sie ihre eigenen und fremde Kunstdrucke im Team selber drucken können. Die künstlerische und technische Leitung wird ehrenamtlich von Ernst Hanke (>60 Jahre Steindruck und Künstler) und Willy Etter (>60 Jahre Maschinenmonteur) geführt. Sie übernahmen bereits vor einem Jahr aus eigener Idee das Vermitteln ihres Knowhows. Das Projekt kostet Fr. 9000.– pro Jahr. Projektdauer 2025–2030.

Herausforderung
Der Steindruck (*1798) ist in Vergessenheit geraten, obwohl er einst die einzige Drucktechnik für Bilder war. Der Text in Drucksachen wurde im Buchdruck (*1442) gedruckt.
Der Druck mit dieser grossen Presse hat gegenüber von Handpressen den Vorteil, dass sie passgenau druckt. Der grosse Zylinder, die Papieranlage sowie die strombetriebene Leistung ist komfortabel für Druckauflagen von 10 bis 1000 Stück (oder mehr). Heutzutage werden jedoch nicht mehr so hohe Auflagen benötigt.
Unsere Herausforderung ist, dass das Wissen über die Funktionen, Möglichkeiten und Erfahrungswerten nur noch bei wenigen Menschen weltweit vorhanden ist. Weiss- und Schwarzkunst hat das grosse Glück, dass Ernst Hanke und Willy Etter (beide 80jährig), immer noch grosse Freude am Steindruck haben und ihr Knowhow gerne an die kommenden Generationen vermitteln wollen. Ernst Hanke gilt in Europa als Experte und druckt in etlichen Ateliers vom Süden Europas bis nach Schweden.

Handlungsbedarf
Das Kulturerbe Steindruck ist auch heute noch wesentlich in der Ausbildung junger Grafiker:innen. Unter fachlicher Anleitung kann dieses Kulturerbe gepflegt und vermittelt werden. Das höchste Gut ist die Zeit, die sorgfältige Vermittlung benötigt. Unsere Experten sind bereits 80 Jahre alt. Auch die Kunstschaffenden müssen gut kalkulieren, weil sie neben ihrer Kunst einen Job für ihren Lebensunterhalt ausüben müssen.
Weiss- und Schwarzkunst wurde für den Transport und die Installation der Maschine und des ganzen Atelierbaus von sieben Stiftungen sowie vielen privaten Träger:innen unterstützt. Seit dem Aufbau im Jahr 2021 trägt der Verein jedoch die laufenden Kosten für dieses Projekt selbständig. Eine tragende Rolle dabei spielte die Hochschule Luzern Kunst & Design. Durch die Untermiete ihres eigenen Lithoateliers in den Räumen von Weiss- und Schwarzkunst, konnte das Atelier Johannisberg querfinanziert werden. Ab dem Jahr 2027 muss das Atelier Johannisberg selbstfinanziert werden.

Massnahmen
Wir benötigen Zeit, um der Community die Materie näher zu bringen. Um ein vielfältiges Jahresprogramm anzubieten benötigt es eine Mindestanzahl an Leuten. Dies machen wir mit kurzen Filmen, um Interessierten einen Blick über die Schulter zu gewären. Es sind Offsetdrucker:innen gesucht, die das technische Hintergrundwissen im Umgang mit der Johannisberg 1911, Chemie, Papier und Farben mitbringen, damit die Maschine in guten Händen ist. Die Zusammenarbeit mit Kunstschaffenden erleichtert es beiden, sich auf ihr Fachgebiet zu konzentrieren. Die Lithografie ist für Kunstschaffende eine Möglichkeit, um ihre Original-Illustrationen an ein grösseres Publikum zu bringen. Zudem benötigen wir die interessierte Kundschaft, die das Original schätzen und bereit sind, die Urheber:innen der Kunst wertzuschätzen und mit dem Kauf zu honorieren.
Mit Ihrer finanziellen Unterstützung wird dieses alte Handwerk erhalten, gepflegt und mit neuen Ansätzen entwickelt werden.

Kooperationspartner
Unsere Kooperationspartnerin, die Hochschule Kunst & Design Luzern, ist im Begriff sich zurückzuziehen. Ihnen stehen Sparmassnahmen und mangelndes Engagement gegenüber.
Die Kooperation mit weiteren Gestaltungsschulen, Galerien und bekannten Wunschkünster:innen wird bei uns gross im laufenden Tagesgeschäft geschrieben. Kooperationen suchen wir auch bei marktbegleitenden, befreundeten Ateliers. Gemeinsam suchen wir auf ausgewählten Kanälen die Aufmerksamkeit in der Gesellschaft. Da sind jede Art von Präsentationen ausser Haus, wie Besuche von Messen (z.B. die Buch- und Kunstdruckmesse in Frauenfeld) für uns wichtig. Wir sind als Freelance-Bloggerin bei Trechter.ch aktiv und engagieren uns bei «Support Culture» und «Support my Camp» der Migros sowie im Bereich Ferienpass.

Wirkung
Weiss- und Schwarzkunst bewahrte die mittlerweile letzte halböffentliche Steindruckpresse vor der Verschrottung. Die andere Druckpresse in der Schweiz gehört der Steindruckerei Wolfensberger AG.
Damit wird dem Kulturerbe klar eine grosse Wichtigkeit zugeteilt. Unser Content richtet sich an Nachhaltigkeit und den Wert des Handwerks. Ausserdem um das Original und die Leistung der Kunstschaffenen, welches sich im Urheberrecht spiegelt.
Die messbaren Ergebnisse sind fertige Lithografien und Drucktage mit Publikum. Die Kunstschaffenden lernen eine klassische Technik und haben die Möglichkeit ihre Kunst zu publizieren.

Qualität
Unsere Beteiligten im Verein sind zum grossen Teil Gelernte der grafischen Branche. Das Fachwissen greift vom Papiermachen, Buchbinden und Drucken mit unterschiedlichen Drucktechniken. Das Pflegen der Druckvorlagenherstellung und die Vermittlung auf unterschiedlichem Niveau ist unser Metier. Unser Engagement ist seit vielen Jahren gross und sehr zentral in unserem Tun. Wir haben einen hohen ästhetischen Anspruch im traditionellen Handwerk und legen Wert auf Qualität, die in Gestaltung und in der Produktion mit Sorgfalt umgesetzt wird.

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